









Mit der extremen Zunahme des europäischen Antisemitismus gegen
Ende des 19. Jahrhunderts und seinem katastrophalen Höhepunkt, dem
Holocaust, zeigte sich keine andere mögliche Lösung der
sogenannten "Judenfrage" als ihre Rückkehr in die alte Heimat, in
Form einer Neugründung eines eigenen Staates.
Die problematischen Seiten dieser Neugründung stehen bis heute im
Mittelpunkt des Nahostkonfliktes. Die arabische Bevölkerung, die
im Land ansässig war dultete anfänglich die jüdische
Einwanderung. Rasch zeigten die Araber aber Wiederstand gegen die Idee
des jüdischen Staates in ihrem Territorium, der eine gewaltige
Form annahm und bis heute in unterschiedlicher Intensität
vorhanden ist. Mehrere Kriege mit den arabischen Nachbarstaaten
erwiesen immer erneut, dass der kleine jüdische Staat sich
verteidigen kann. Mit manchen der arabischen Nachbarländern wurden
Friedensabkommen unterzeichnet, mit den Arabern, die in von Israel
besetzten Gebieten leben, den Palästinensern, wurde ein
Friedensprozess angefangen, der aber von einem erfolgreichen
Endergebnis noch sehr fern zu sein scheint. Die Araber, die innerhalb
des israelischen Staatsgebietes leben, haben bereits bei der
Staatsgründung die israelische Staatsangehörigkeit erhalten.
Heutzutage sind es ca. 20% der israelischen Gesamtbevölkerung. Ihr
Verhältnis mit dem jüdischen Staat ist nicht einfach.
Innerhalb der jüdischen Bevölkerung, die z. Z. nahe zu 80%
der Gesamtbevölkerung ausmacht, gibt es außerordentlich
verschiedene Gruppierungen, die oft gegensätzliche Interessen
haben. Religiöse und Säkulare, Orthodoxe, die sich manchmal
gegen den jüdischen Staat äußern, die Befürworter
des "Land-für-Frieden-Prinzips" und deren Gegner, im Land Geborene
und Neueinwanderer, Juden orientalischer und europäischer Herkunft
und noch viele mehr. Allein die jüdische Bevölkerung stammt
aus über 100 Ländern!
Dazu kommen noch ein paar besondere ethnische Minderheiten wie die
Drusen und die Tscherkessen sowie die soziale halbetnische Gruppe der
Beduinen.
Dieses vielfältige Mosaik bildet,
trotz der Existenzbedrohung von außen und Spannungen von innen,
die einzige Demokratie im Nahen Osten.
Die israelische Demokratie ist sehr pluralistisch und auffällig
lebendig, und bleibt trotz extremer Meinungsverschiedenheiten seit der
Staatsgründung stabil - vielleicht gerade wegen den großen
Gegensätzen, die, wie eine Kutsche, von mehreren Pferden in alle
Richtungen gleichzeitig gezogen wird und sich deshalb nicht von der
Stelle bewegt.
Dem Bürger bietet der israelische Staat einen, international
verglichen, hohen Lebensstandart, der auf einem der weltweit
entwickeltsten Wirtschaftssysteme basiert. Das Bruttosozialprodukt
Israels ist mit westeuropäischen Werten zu vergleichen. Einer der
bedeutendsten Motoren der israelischen Wirtschaft ist die
Hochtechnologie, v.a. die Entwicklung neuer Soft- und Hardware, die
nahezu jeder PC-Nutzer auf der Welt täglich benutzt. Dazu spielen
in der israelischen Wirtschaft die Feinchemikalienindustrie sowie die
Diamantenschleiferei, der Maschinenbau und der Tourismus eine zentrale
Rolle.
Mit diesem komplexen Gemisch
ausgezeichneter Leistungen und mehrdimensionaler Problematik bleibe der
Staat Israel, so der israelische Historiker Tom Segev, "ein
Experiment, das weder gescheitert noch gelungen ist".
Vor allem mit Blick auf die Hintergründe der Staatsgründung
Israels und die nie endenden Exsistenzschwierigkeiten ist der
israelische Staat, so Ephraim Kishon, "zweifellos eins der
größten Wunder des 20. Jahrhunderts".

Maßgeschneiderte Israel-Gruppenreisen
Israel auf eigene Faust:
1 Woche Jerusalem / Tel Aviv
Aktuelle & regelmäßige
Israel-Reisen
Reiseideen




.
